Quelle: Märkische Allgemeine, Fläming-Echo vom 11.10.2012

Düfte vom Lavendelfeld Traditionelles
Handwerk liegt im Trend: Karina Kunick aus
Raben produziert Seife in Manufakturarbeit


Bei Karina Kunick in Raben duftet es verführerisch – nach Rosen, Lavendel, Minze, Ringelblumen
& Co. Dabei ist die 42-Jährige weder Hobbygärtnerin noch erfahrene Kräuterfrau. In ihrer
Manufaktur entstehen klassische Seifen wie zu Uromas Zeiten.


Von Bärbel Kraemer


RABEN Was anfangs eine Freizeitbeschäftigung war, ist heute zu einem mit Leidenschaft
ausgeübten Beruf geworden. Die Planequell-Naturseifen von Karina Kunick sind ein Geheimtipp
und haben in den zurückliegenden Jahren bereits zahllose Hände verwöhnt.


Den Anstoß, Seife für den Hausgebrauch selbst herzustellen, erhielt die junge Frau vor knapp zehn
Jahren. Das Hautproblem eines Familienangehörigen wurde als Neurodermitis diagnostiziert. Die
juckende und gerötete Haut forderte eine besonders sensible Pflege. Handelsübliche Produkte
versagten, sodass die 42-Jährige begann, sich mit dem Thema Seife intensiv auseinander zu setzen.
Sie studierte Inhaltsstoffe und beschäftigte sich mit einschlägiger Literatur. Die Geburtsstunde ihrer
„Seifenküche“ war in dieser Folge schnell besiegelt.


Der Garten am Haus lieferte anfangs die für die Seifenherstellung nötigen Zutaten wie Rosenblätter,
Lavendelblüten, Sanddorn, Pfefferminze und Brennnesseln. Aus der Apotheke bezog sie nur die
erforderlichen pflanzlichen Fette. Den Rest – vom Herd über einen Stabmixer bis hin zu einer
Mandelmühle, einem Topf und einem Sieb – gab der eigene Haushalt her. Das Experiment konnte
beginnen.


Mittlerweile gehört das Hautproblem der Vergangenheit an. Und die Seifenproduktion geht längst
über den Eigenbedarf hinaus.


Die berufliche Neuorientierung, die im Ergebnis eine Seifenmanufaktur entstehen ließ, ist gelungen.
„Ich habe früher in der Gastronomie gearbeitet und Musik gemacht“, berichtet Karina Kunick aus
ihrer Biografie.


Inzwischen sind vier Seifenkreationen aus der Produktion der Unternehmerin zertifiziert.
Getrocknete Blüten aus dem eigenen Garten dürfen aufgrund strenger Herstellerrichtlinien in ihnen
keine Verwendung mehr finden. Die Seifen aus der „Planequell“-Manufaktur entsprechen dafür den
gesetzlichen Bestimmungen.


Blüten und Farbverläufe in den Seifen wirken wie Kunstwerke, welche man bisweilen kaum zu
nutzen wagt. Auf extravagante Verpackungen verzichtet die Naturliebhaberin indessen. „Das ist nur
Blendwerk“, sagt sie. „Ich hoffe, die Käufer erkennen im Einfachen das Besondere.“

Ihr Wissen um die Herstellung der duftenden Pflegeprodukte gibt Karina Kunick längst in
Seifenkursen und Projekten weiter. Dabei packt die Rabenerin die zur Herstellung nötigen Dinge
kurzerhand auch mal in ihr Auto, um direkt vor Ort Wissen zu teilen.
Dass ist auch nach acht Jahren beruflicher Selbstständigkeit noch immer im Wachsen begriffen. Auf
der Suche nach neuen Duft- und Pflegekreationen bleibt die kleine Seifenküche im Hohen Fläming
ein großes Experimentierfeld. Die Gärtnerseife mit Mohn, der beim Waschen wie ein Peeling wirkt
oder Kaffeeseife sind hier nach eigenen Ideen geboren.

 

Porträt im Blickpunkt, 7.10.2011

http://www.blickpunkt-brandenburg.de/belzig/nachrichten/?doc=23981

Auf ganz natürliche Weise

Karina Kunick entschied sich fürs Landleben und teilt ihr Wissen um natürliche Seifen mit

Im Einklang mit der Natur: Wenn Karina Kunick auf Kräutertour im Hohen Fläming unterwegs ist, sind Töchterchen Maja und ihre Hundedame gern an ihrer Seite.

Foto: fdk


Raben. Wo sich Ruhe noch hören und frische Luft noch riechen lässt, da wohnt sie, lebt gemeinsam mit Mann und Kindern ein Leben, das im Einfachen das Besondere und Natürlichkeit als wertvoll sieht. Karina Kunick wohnt seit 2001 in Raben, ist Mutter, Kräuterfee und den meisten wohl als Frau bekannt, die aus Lavendel, Ringelblume und Co natürliche Seifen herstellt.
Das war nicht immer so. Obwohl ein Kind der Region, zog es sie früh in die Stadt. Studium, Jobs in Gastronomie oder jenen ihrer großen Leidenschaft, der mittelalterlichen Musik, ließen sie Jahre quer durch Deutschland, Dänemark und deren Städte ziehen. Wie so oft, kam auch für sie die Lebenswende mit dem Wissen, bald Mutter und verantwortlich für das Leben ihres Kindes zu sein. „Natürlich träumte ich da vom Landleben, einer Familie und dem Glück, Zeit für alles zu haben. Ich wollte zurück in den Hohen Fläming, hatte die Nase voll von Stadt und Lärm. Ich sehnte mich einfach nach unseren Wäldern hier.“
„Ich bin wohl fürs Land geboren!“
Und das anfängliche Abendteuer Landleben begann mit einem Testballon. „Ja, viele Bekannte von uns zogen einfach auf Knallfall aufs Land, kauften ein Haus,um nach kurzer Zeit zu merken, dass ist nicht ihr Ding. Das wollte ich nicht, habe mich daher auf dem Teichgut bei Ziezow für ein Jahr zur Miete einquartiert. Wir wollten erleben, ob Landleben zu uns passt.“ Und es passte. „Ich fand das super, ich bin wohl fürs Land geboren.“ 2001 dann der Hauskauf in Raben und die Frage, was tun, wenn man Familie, Beruf und den Hang zur Natur unter einen Hut bringen möchte. „Ich war immer selbstständig, liebe meine berufliche Unabhängigkeit“, sagt sie und ergänzt, dass die Idee, natürliche Seifen herzustellen schon sehr mit der eigenen Familie zu tun hat.
„Als Ärzte von Neurodermitis sprachen, begann ich mich mit dem Thema Seife und deren Inhaltsstoffe,  Kleidung und deren Farbstoffe zu beschäftigen. Ganz ehrlich, wenn man liest, was in Alltags-Kosmetik heute alles drin ist, kräuseln sich mir die Nackenhaare.“ Das muss auch anders gehen, war sie sicher, und machte das anfängliche Hobby Seifenherstellung 2004 zum Beruf.
Vielen Seminaren und noch mehr Stunden über einschlägiger Literatur folgte die Gewerbeanmeldung und die längst überfällige Vergrößerung ihrer heimischen „Seifenküche“, wie sie ihr Domizil aus zahllosen Töpfen, Gläsern, Kräutern, Ölen und verschiedensten natürlichen Essenzen liebevoll bezeichnet.
„Man kann sich nicht einfach sagen: jetzt mach ich mal eine natürliche Seife und lebe davon.

„Jede Seifensorte wird separat zertifiziert!“
Strenge Richtlinien, die Europa weit gelten, müssen bei der Herstellung eingehalten und jede einzelne Seifensorte separat in Laboren getestet und abschließend zertifiziert werden. All dies, bis hin zur Herstellung der Etiketten, kostet bei einem Ein-Frau-Unternehmen natürlich viel Zeit und Energie“, sagt Kunick und ergänzt: „Die Grundausstattung meiner Seifenwerkstatt bekam ich 2005 über ein Förderprogramm für Mikroprojekte   finanziert“. Auch ein kleines Unternehmen im beschaulichen Raben ist letztlich ganz nah dran an Brüssel und seinen Verordnungen. Gerade die oftmals starren und Europa weit geltenden Regeln sind es, die es Kleinst-Unternehmen schwer machen, sich gegen die Großen am Markt zu behaupten. „Die haben ja eigene Labore, Rechtsabteilungen oder Vertriebssysteme, das macht es ihnen natürlich sehr viel leichter“, sagt Kunick, die auch beim Bau ihres Marktstandes immer wieder selbst Hand anlegt.
Doch das ist egal, denn das Konzept, ökologische Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen, geht auf.
„Ich arbeite ausschließlich mit pflanzlichen Ölen und Fetten. Hinzu kommen  natürliche Kräuter, Heilerden und ätherische Düfte aus der Apotheke. Bei der Farbe verlass ich mich eher auf pflanzliche Pigmente, als auf die Chemie. Natriumhydroxid, das zur Laugenherstellung benötigt wird, ist der einzige chemische Zusatz bei der gesamten Herstellung.“
Um das Wissen im Umgang mit natürlichen Produkten, die eigenen Erfahrungen jahrelangen Ausprobierens weiter zu geben, geht Karina Kunick immer neue Wege.  
So bietet sie Schulklassen, Gruppen oder auch auf Geburtstag- oder Weihnachtsfeiern die Chance, sogenannte Seifenbälle herzustellen, bei denen die Kinder im Naturparkzentrum Raben selbst einmal Seife kneten, schnitzen oder formen können und diese Seifen dann mit nach Hause bekommen. Um den Menschen die Seifenherstellung näher zu bringen, geht sie auch gern einmal auf Achse, packt alles Nötige ins Auto und zeigt ihr Können auch direkt vor Ort.

Auf Märkten und
im Naturparkzentrum
Zudem kommen neuerdings Kurse, die Karina Kunick auch im Naturparkzentrum anbietet. Der nächste Kurs startet am Sonnabend, 5. November, 14 Uhr. Auf dem Weihnachtsmarkt am 1. Advent trifft man Karina Kunick auf jeden Fall im Rabener Naturparkzentrum, wenn sie neben Bürsten auch wieder ihre Seifen Marke „Planequell-Naturseife“ anbietet.
Wer nicht bis dahin warten möchte, schon jetzt Interesse an einem Kurs hat oder etwas über die Herstellung natürlicher Seifen und den Umgang mit Blüten und Kräutern erfahren möchte, kann bei Karina Kunick, Tel. 033848 / 90 900 anrufen oder sich im Internet unter www.planequell.de informieren. fdk

 

Maz am 21.12.2011

 http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12244716/60889/Kreis-bereitet-sich-auf-Gruene-Woche-vor-Edle.html

MESSE: Edle Düfte unterm Funkturm

Kreis bereitet sich auf Grüne Woche vor

BAD BELZIG - Die Stände sind angemietet, die Ausstellerlisten dicht: Potsdam-Mittelmark bereitet derzeit seinen Auftritt auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) vor. Der Landkreis hat Flächen in gleich zwei Messegebäuden geordert.

Auf der Schau vom 20. bis 29. Januar möchten sich Vertreter aus der Region zwischen Havel und Fläming in der Brandenburg-Halle sowie der Bund-Länder-Halle präsentieren. Rund 8000 Euro kostet die Miete für die beiden Stände, sagt die IGW-Beauftragte des Kreises, Helga Brandt. „Hinzu kommen natürlich noch Aufwendungen für Fahrten und Arbeitszeit“, erklärt die Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung.

Für Landrat Wolfgang Blasig (SPD) ist das gut angelegtes Geld. „Die Grüne Woche ist für uns Pflicht, sie ist eine der wichtigsten Schauen, die wir haben, hier finden wir ein breites Publikum“, erklärt der Verwaltungschef das Engagement seines Hauses. Die Auftritte unter dem Funkturm seien auch bewusst als Unterstützung für kleinere Firmen gedacht. „Wir setzen bei unserer Präsentation auf diese und nicht auf die großen Schlachtschiffe, die kommen selbst zurecht“, sagt Blasig.

Bei den Betrieben ist das Interesse an einem kostenlosen Platz an einem der Kreisstände offensichtlich groß. „Wir haben 17 Aussteller aufgenommen, die Anmeldeliste ist geschlossen“, berichtet Helga Brandt. Wer jetzt noch dabei sein wolle, könne nur darauf spekulieren, dass eine Firma wieder abspringe.

Mit auf dem begehrten Papier steht die Seifenmanufaktur von Karina Kunick aus Raben. „Ich betreibe ein klassisches Ein-Frau-Unternehmen“, sagt die Handwerkerin. Einen regulären Messestand könne sie sich gar nicht leisten. Karina Kunick fabriziert in ihrer „Planequell“ Seifen nach ökologischen Normen und bietet auch Kurse an. „Die Produkte sind EU-zertifiziert und in Lebensmittelqualität hergestellt“, erklärt die Geschäftsfrau.

In der Bund-Länder-Halle möchte Helga Brandt eine Wanderhütte aufbauen lassen. „Hauptthema ist natürlich der 112. Deutsche Wandertag 2012 im Fläming“, berichtet sie. Zudem sei wieder, wie in den vergangenen Jahren auch, ein umfangreiches Bühnenprogramm geplant. Eine zweite Broschüre, nach einer ersten Ausgabe in diesem Jahr, als Werbung für den Kreis ist momentan in der Druckerei. Unter dem Titel „Lebens(T)Raum Potsdam-Mittelmark“ stellt das Heft die Region vor. „Unternehmen, Organisationen, Künstler und Projekte sind darin Themen“, erklärt Helga Brandt. Die Broschüre solle dann auch zum Wandertag verteilt werden.

In der Bund-Länder-Halle ist Potsdam-Mittelmark nach dem jetzigen Programm auch am Stand des Deutschen Landkreistages mit sieben Ausstellern präsent, kündigt Helga Brandt an. (Von Hermann M. Schröder)

 

MAZ im Sommer 2010

 

 

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